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Nilpferde. Hunderte.
Die meisten von uns gezielt gekauft. Sehr viele sind als Geschenk ins Haus gekommen.
Über Jahre gesammelt. Ohne Ziel. Ohne zu wissen, ob und wann und was wir damit vorhaben. Immer gesammelt mit dieser Liebe zum Objekt. Stets waren wir uns bewußt, dass es
eigentlich verrückt ist. Und dennoch.
Der eine sammelt Ferraris, andere Briefmarken.
Wir sammeln Nilpferde. Gibt es jemanden, der das nicht nachempfinden kann?
Diese Sammlung ist privater Natur. Sie ist zufällig entstanden und vom Zufall gesteuert weiter gewachsen. Auch wenn wir
viele Stücke äußerst bewußt gekauft haben. Eine zufällige Entdeckung ist dem stets vorangegangen. Und dies ist der schönste Augenblick. Weil man sich neu
verliebt.
Und es gibt es gibt schöne Zufälle, die zudem spannende Momente erzeugen. Wie zum Beispiel das Ersteigern einer
historischen, afrikanischen Eisenbahn-Aktie. Sämtliche Coupons gezogen. Wunderschön verziert und - natürlich - ein Nilpferd im Logo. Null Erfahrung mit Auktionen, schon
gar nicht mit schriftlichen. Geboten und Zuschlag. Zwei Bieter und unser Höchstgebot war viel zu hoch. Also doppelte Freude... Und wieder ein Stück mehr, noch dazu mit einer
besonderen Geschichte.
Sabine hatte schon immer herzlich auf Nilpferde reagiert. Unser erstes war als
Zierrat erworben und stand in unserm Wohnzimmer auf einem Bord einträchtig neben neben einem passenden Krokodil (beachten Sie bitte die Duplizität zur natürlichen
Nachbarschaft ). Zu dieser Zeit - es war in den Jahren um 1980 - dachten wir noch nicht ans
Sammeln und Sabine war sich noch nicht bewußt geworden, warum Sie die beiden gekauft hat. Nur, sie mochte die beiden.
Bei einem Besuch bei Freunden, bei denen eine kleine Sammlung Mäuse einen Setzkasten dekorierte, entstand der Hauch von einer Idee einer Sammlung. Das heißt, eigentlich war
ich es, Eike, der den Stein ins rollen brachte. Immer wieder brachte ich statt Blumen Sabine mal ein Nilpferd mit. Spontan, immer wenn ich gerade mal eins sah. So hab ich sie guasi zum
Sammeln gezwungen, auch wenn eigentlich kein Widerstand geleistet wurde. Von einer Sammlung konnte damals aber noch keine Rede sein.
Dann
entdeckten wir ein Stück, das deutlich anders war. Das war ein Museums-Replikat, das auf der Ausstellung "Tutanchamun", die im Sommer 1981 im Museum für Kunst und Gewerbe in
Hamburg gastierte, ins Auge stach. Der Preis hat uns lange zögern lassen, aber es war für uns etwas besonderes, so ein Stück in die Vitrine zu stellen. Wir haben uns das
Stück gegönnt und damit den ernsthaften Grundstock für eine echte Sammlung geschaffen. Dieses Replikat stellt für uns mit seinem Original-Vorbild einen historischen
Bezug zum Nil her. Zu Zeiten, als die Menschen dem Nilpferd magische Kräfte zuschrieben, Ebenbilder schufen, diese geheimnisvoll bemalten und sich auf magische Weise die Kraft dieser
Tiere zu eigen machen wollten. Geheimnisvoll noch heute.
Und fortan wurde von gesammelt, was wert schien, unsere Sammlung zu bereichern. Dieses Stück hat aber für uns noch immer einen besonderen Wert, auch wenn es inzwischen "gute"
Gesellschaft bekommen hat.
Wir wissen bis heute nicht, ob wir einen schärferen Blick bekamen oder ob Nilpferde einen neuen Markt ausmachten. Es schien uns, als würden mehr und mehr Nilpferde in den
Läden angeboten, so dass wir irgendwann wieder die Bremse zogen (mußten) und strengere Maßstäbe anlegten. Sabine litt auch langsam darunter, dass sie mehr und mehr
ihrer Lieblinge in die Kisten verbannen mußte, so dass wir allein deshalb nicht mehr jedes in die Familie aufnahmen.
Aber Freunde und Verwandtschaft brachten immer wieder Nilpferde mit. Und ich konnte auch nicht an mich halten, wenn ich ein
besonders schönes sah. Und so wurden es stetig mehr.
Weil aber der Platz in den Wohnräumen zum Aufstellen nicht mehr ausreichte, wurde kräftig gesiebt. Die schönsten durften die Sonne sehen. Die meisten aber wanderten ins
Dunkel der Abseiten. Nun haben wir sie alle wieder einmal zum Lüften rausgeholt.
Für Sie. Hier ist jetzt der Platz, der uns zuletzt fehlte und Sie haben hoffentlich die Muße zum Betrachten. Viel Spaß dabei!
Eike (& Sabine)
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